Werbung auf YouTube wird über Google Ads geschaltet, nicht über YouTube selbst. Wer ein Google-Ads-Konto hat, braucht dafür drei Dinge: einen YouTube-Kanal, der mit diesem Konto verknüpft ist, ein dort hochgeladenes Video und eine Videokampagne mit klarem Ziel. Der Einstieg ist damit einfacher, als viele Unternehmen annehmen. Schwieriger ist die Wahl des richtigen Anzeigenformats, denn davon hängt ab, wofür bezahlt wird und was die Kampagne leisten kann.
Dieser Beitrag führt Schritt für Schritt durch die Einrichtung, stellt die Anzeigenformate mit ihren Längen und Abrechnungsarten vor und zeigt, welche Kennzahlen danach zählen. Er richtet sich an Marketingverantwortliche in kleinen und mittleren Unternehmen, die bisher mit Suchanzeigen arbeiten und Video als zusätzlichen Kanal testen wollen.
Wer vor allem Bekanntheit aufbauen möchte, findet im Beitrag über Awareness-Kampagnen mit Google Ads weitere Hinweise, wie sich Reichweite messbar planen lässt.
Lohnt sich Werbung auf YouTube für kleine Unternehmen?
Oft ja, weil YouTube in Deutschland eine Reichweite hat, die kaum ein anderer Videokanal erreicht, und weil sich Budgets klein halten lassen. Entscheidend ist, dass das Ziel zur Plattform passt: Video eignet sich vor allem, um erklärungsbedürftige Angebote bekannt zu machen, weniger für den direkten Abschluss.
Die Reichweite ist belegt. Nach der ARD/ZDF-Medienstudie 2025, für die 2.512 Personen ab 14 Jahren befragt wurden, bestätigt YouTube seine Führungsposition unter den Video-Streaming-Plattformen und erreicht 72 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren. Damit sind auch Einkäufer, Geschäftsführerinnen und Fachkräfte auf der Plattform, allerdings nicht in ihrer Rolle als Entscheider, sondern während sie Tutorials, Vorträge oder Unterhaltung ansehen.
Daraus folgt die wichtigste Regel für B2B-Unternehmen: YouTube-Werbung sollte zuerst Aufmerksamkeit und Verständnis erzeugen. Wer erwartet, dass jemand nach einer 15-sekündigen Anzeige sofort ein Angebot anfragt, wird enttäuscht. Wer dagegen erreicht, dass die eigene Marke bei der nächsten Suche wiedererkannt wird, hat das realistische Ziel getroffen.
Schritt 1: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Drei Voraussetzungen sind nötig: ein Google-Ads-Konto, ein YouTube-Kanal und die Verknüpfung zwischen beiden. Dazu kommt mindestens ein Video, das bereits auf dem Kanal hochgeladen ist.
Die Verknüpfung ist der Schritt, an dem Einrichtungen am häufigsten hängen bleiben. Laut der Google-Ads-Hilfe zur Verknüpfung von YouTube-Kanälen ist für das Google-Ads-Konto Administratorzugriff erforderlich, wenn ein YouTube-Kanal oder ein Video verknüpft werden soll. Die Verknüpfung wird in YouTube Studio angestoßen und muss im Google-Ads-Konto bestätigt werden. Wer Konto und Kanal von verschiedenen Personen oder einer Agentur verwalten lässt, sollte deshalb vorher klären, wer welche Rechte hat.
Das Video selbst muss nicht aufwendig produziert sein. Für den Test reichen oft vorhandenes Material, eine Produktvorführung oder ein kurzer Beitrag, in dem jemand aus dem Unternehmen ein Problem und seine Lösung erklärt. Wichtiger als Hochglanz ist, dass die Kernaussage in den ersten Sekunden fällt, denn bei den meisten Formaten entscheidet der Zuschauer schnell, ob er weiterschaut.
Schritt 2: Welches Anzeigenformat passt?
Google Ads bietet für YouTube mehrere Formate an, die sich in Länge, Überspringbarkeit und Abrechnung unterscheiden. Die folgenden Angaben stammen aus der Google-Ads-Hilfe zu Videoanzeigenformaten.
| Format | Länge | Abrechnung |
|---|---|---|
| Überspringbare In-Stream-Anzeige | frei wählbar | pro Aufruf (CPV) |
| Nicht überspringbare In-Stream-Anzeige | höchstens 60 Sekunden | nach Impressionen (Ziel-CPM) |
| Bumper-Anzeige | 5 bis 6 Sekunden, nicht überspringbar | nach Impressionen (Ziel-CPM) |
| In-Feed-Videoanzeige | frei wählbar | Klick auf die Anzeige oder automatische Wiedergabe ab 10 Sekunden |
Daneben gibt es Anzeigen im Kurzvideo-Bereich Shorts, die im Hochformat zwischen anderen Kurzvideos erscheinen.
Für den Einstieg eignen sich überspringbare In-Stream-Anzeigen am besten, weil nur bezahlt wird, wenn jemand tatsächlich zuschaut. Nach der Google-Ads-Hilfe fallen bei Geboten pro Aufruf nur Kosten an, wenn sich ein Nutzer das Video 30 Sekunden lang ansieht, bei kürzeren Videos bis zum Ende, oder wenn er mit dem Video interagiert. Wer überspringt, kostet nichts.
Bumper-Anzeigen sind laut Google nicht überspringbare Videoanzeigen von 5 bis 6 Sekunden, die vor, während oder nach einem anderen Video laufen. Sie eignen sich als Erinnerung an eine Marke, die schon bekannt ist, weniger als erste Begegnung. In-Feed-Videoanzeigen erscheinen dagegen in den Suchergebnissen und Empfehlungen von YouTube. Kosten entstehen dort, wenn jemand auf die Anzeige klickt, um sie anzusehen, oder bei Videoaufruf-Kampagnen, wenn die automatische Wiedergabe mindestens 10 Sekunden dauert.
Schritt 3: Wie wird die Kampagne eingerichtet?
Die Kampagne wird in Google Ads als Videokampagne angelegt. Dabei werden Ziel, Budget, Ausrichtung und Video festgelegt.
Nach der Anleitung zum Erstellen einer Videokampagne wird beim Anlegen der Anzeige ein Video ausgewählt, das auf YouTube hochgeladen ist, entweder über die Suche oder über die URL des Videos. Für die Ausrichtung lassen sich unter anderem relevante Keywords, Themen und Placements hinzufügen, also bestimmte Kanäle oder Videos, neben denen die Anzeige laufen soll. Das Budget kann als Tagesbudget oder als Gesamtbudget für die Laufzeit festgelegt werden.

Für kleine Budgets hat sich eine enge Ausrichtung bewährt. Placements auf Fachkanälen der eigenen Branche oder Themen, die zum Angebot passen, bringen weniger, aber passendere Aufrufe als eine breite Ausspielung. Wer mit Zielgruppen aus dem eigenen Website-Besuch arbeitet, erreicht zudem Menschen, die das Unternehmen bereits kennen, und kann Video als Erinnerung einsetzen. Wie sich Streuverluste bei der Ausrichtung grundsätzlich vermeiden lassen, beschreibt der Beitrag über Smart Targeting statt Gießkannenprinzip.
Schritt 4: Wie wird das Budget gesteuert?
Bei Aufrufkampagnen wird mit einem maximalen Gebot pro Aufruf gearbeitet. Nach der Google-Ads-Hilfe zu Zielvorhaben von Videokampagnen legen Werbetreibende dabei Gebote für Videoaufrufe oder Interaktionen fest, den maximalen CPV, und bezahlen nur für TrueView-Aufrufe, also für Aufrufe im oben beschriebenen Sinn.
Als Richtwert für einen ersten Test empfiehlt sich ein überschaubares Tagesbudget über zwei bis vier Wochen. Kürzere Tests liefern zu wenige Aufrufe für eine Bewertung, längere binden Budget, bevor klar ist, ob das Video funktioniert. Sinnvoll ist außerdem, zwei Varianten desselben Videos zu testen, etwa mit unterschiedlichem Einstieg in den ersten fünf Sekunden, weil genau dort entschieden wird, ob jemand überspringt.
Schritt 5: Welche Kennzahlen zeigen, ob die Anzeige wirkt?
Die wichtigste Kennzahl für Videoanzeigen ist die Aufrufrate. Laut der Google-Ads-Hilfe zu Messwerten für Aufrufe zeigt sie, welcher Prozentsatz der Impressionen zu einem Aufruf geführt hat. Eine niedrige Aufrufrate bedeutet, dass die ersten Sekunden des Videos nicht überzeugen oder die Ausrichtung nicht passt.
Daneben zählen der durchschnittliche Preis pro Aufruf und, bei längeren Videos, wie weit Zuschauer im Schnitt schauen. Für B2B-Unternehmen lohnt zusätzlich ein Blick auf indirekte Wirkungen: Steigen in den Wochen der Kampagne die Suchanfragen nach dem Markennamen oder die direkten Besuche auf der Website? Solche Effekte zeigen sich nicht im Videobericht, sondern in der Webanalyse. Welche Kennzahlen bei Anzeigen generell aussagekräftig sind, erläutert der Beitrag über die Analyse von Werbeanzeigen.
Fazit: Werbung auf YouTube schalten ist einfach, die Formatwahl entscheidet
Werbung auf YouTube wird über Google Ads geschaltet und ist nach wenigen Schritten eingerichtet: Konto und Kanal verknüpfen, Video hochladen, Videokampagne anlegen, Ziel, Budget und Ausrichtung festlegen. Die Reichweite ist in Deutschland groß, die Kosten lassen sich über das Format steuern.
Für den Einstieg empfehlen sich überspringbare In-Stream-Anzeigen mit enger Ausrichtung und einem Test über einige Wochen, weil dabei nur echte Aufrufe bezahlt werden. Bewerten Sie den Erfolg über die Aufrufrate und über die Wirkung auf Markensuchen und Website-Besuche, nicht über direkte Anfragen. Wer schon Erfahrung mit Suchanzeigen hat, findet im Beitrag über häufige Fehler bei Google-Ads-Kampagnen Hinweise, die auch für Videokampagnen gelten.


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